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In der Ausgabe 04/11 habe ich den Hauptstadtflughafen Vietnams von Thai Creation rezensiert. Inzwischen hat das Team ein neues Produkt auf den Markt geworfen, den „Siem Reap-Angkor International Airport“. Mal schauen, ob die bei dem ersten Stück angesprochenen Schwachstellen gemeistert wurden.

Doch zunächst etwas Allgemeines.

Der Flughafen Siem Reap-Angkor befindet sich im Nordwesten von Kambodscha in Siem Reap nahe der Tempelanlage Angkor Wat. Er ist zwar flächenmäßig gesehen nur der zweitgrößte Airport des Landes, fertigt dafür aber die meisten Passagiere ab. Doch sinken diese Zahlen seit 2007. Zudem ist er ein wichtiges Drehkreuz für Cambodia Angkor Air, die eng mit Vietnam Airlines verbunden ist. Das am 28. August 2006 eröffnete Terminal wurde von der Archetype Group entworfen. Fliegerisch gesehen gibt es hier einiges zu beachten: Um die umliegenden Tempel vor den beim Starten oder Landen entstehenden Vibrationen zu schützen, sind diese ausschließlich in bzw. aus südwestlicher Richtung erlaubt. Diesbezüglich gibt es Pläne der Regierung, diesen Airport durch einen 60 km von Siem Reap entfernten neuen zu ersetzen.

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Nun zum Eigentlichen.

Ist man an der Szenerie interessiert, erhält man im Handel eine 31 MB kleine Datei für schmale 11,90 Euro. Vielversprechendes Bildwerk mit Tempeln lässt mich auf eine besondere Umsetzung hoffen. Die Installation ist, wie bei Hanoi, einfach, schnell und unkompliziert. Nach dem abgeschlossenen Vorgang suche ich verzweifelt eine Dokumentation. Doch auch dieses Mal bedankt sich keiner bei mir. Auch nicht im Internet. Ich finde jedoch ein Repair- und Uninstall-Tool. Das gefällt mir sehr gut, denn man weiß ja nie, was für Modifikationen herauskommen werden.

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Nach dem Laden im Flusi weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, die entdeckten Details häufen sich. Gute Bodentexturen und viele Details am Airport zeichnen diese Szenerie aus. Seien es die Pflanzen vor dem Apron, der Teich am Terminal oder sämtliche Fahrzeuge – wirklich hervorragend. Was mich allerdings etwas irritiert, ist, dass im ärmlichen Kambodscha derartig viele Neuwagen auf einem Parkplatz stehen können, auch wenn es eine gehobene Gegend wie hier ist. So viele Details kombiniert mit außerordentlich guten Frames habe ich selten gesehen. Allerdings, und jetzt kommt das Aber: Wie beim letzten Mal sind auch bei diesem Produkt die Animationen nicht gut gelungen. Die Kofferwagen fahren von Punkt 1 zu Punkt 2 und verschwinden dann einfach wie bei „The next Uri Geller“. Allerdings verschwinden sie nicht mehr, wie bei Hanoi, mitten auf dem Apron, sondern am Ende der Straße. Ein bescheidener Fortschritt ist zu verzeichnen.

Der Flughafen ist einfach wundervoll. Texturen sind scharf in nahezu jedem Winkel. Wow. Auf geht es also. Die Qualität des Airports macht Hoffnung und vor allem Lust auf mehr. Vorbei an der Feuerwehrstation geht es auf die Bahn in den Backtrack mit unserer Cessna. Die Bodentexturen begeistern mich ebenfalls. Beim Rollen fallen mir direkt das 3D-PAPI sowie die 3D-Anflugbefeuerung auf. Klasse.

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Los geht’s … „Thrust set“, und kurze Zeit später ziehen wir hoch und steigen auf 1500 ft. Ich wage einen ersten Blick aus dem Flugzeug und halte den Blickwinkel auch erst einmal, da ich annahm, dass die Objekte nachladen müssen. Doch nichts. Abgesehen von den Tempeln und den paar Häusern im Anflug herrscht Dürre auf nur mittelmäßigen Bodentexturen im Umfeld des Flughafens. Zu meiner Enttäuschung enden diese abrupt, wie bei Hanoi. Schade! Nun zu den heiß umworbenen Tempeln. Interessant umgesetzt. Mit Liebe zum Detail einschließlich des umschließenden Walds und der nötigen Zugangswege. Das gefällt mir. Auch wenn die Bodentexturen nicht die besten sind, ist das eine solide Umsetzung. Apropos, da fällt mir noch ein positiver Punkt ein: die Gestaltung der Gewässer. Nun gut, so viele gibt es in der Umgebung nicht. Aber die, die in der Nähe des Flughafens sind, sind sehr gut dargestellt. Besonders das große West Baray Bassin (Screen), war sicherlich eine Herausforderung. Ich drehe um gen Airport und setze vor Enttäuschung hart auf. Doch beim Taxeln sehe ich wieder den tollen Flughafen, und das ist ja auch das, worum es hier geht. Es wird ein Airport verkauft und nicht die Umgebung. Auch wenn diese mittlerweile durch den allgemeinen Anspruch dazugehört.

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Ich warte auf den Sunset, der heute für 18:20 Uhr angekündigt ist. Dann verlasse ich Siem Reap unter der Flugnummer PG908 (Bangkok Airways) Richtung Bangkok Suvarnabhumi mit einer bunt gepainteten A320. Und auch hier wird wieder eine Stärke von Thai Creations sichtbar. Wie bei Hanoi sind die Nachttexturen brillant und erzeugen eine herrliche Aura. Erste Güte. Da möchte ich doch gar nicht weg. Doch schon sind wir im Backtrack, „Thrust set … V1 … Go! … Positive Rate, Gear up!“ Ich werfe nochmals einen letzten Blick auf den Flughafen, sonst kann man in der Nacht sowieso nichts sehen, in dieser eher ländlichen Gegend in einem von Armut geprägten Land.

Enroute wird bei einem astreinen „Süppchen“ kambodschanischer Art einmal zurückgeblickt:

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Mein Gesamtbild ist zwar gemischt, hat aber eine positive Tendenz. Ich sehe da einen Airport absoluter Spitzenklasse mit tollen Texturen bei Tag und Nacht. Da hat Thai Creation noch ein Schippchen drauflegen können. Das Problem mit den Animationen hat sich zwar verbessert, ist aber immer noch vorhanden. Schade! Woran man aber noch arbeiten sollte, ist die Gestaltung der Umgebung. Da besteht noch deutliches Potenzial nach oben. Aber auch hier sieht man schon eine Verbesserung. Das Team lernt und verbessert. Somit spreche ich eine eingeschränkte Kaufempfehlung aus. FlyTampa-Qualität ist das noch nicht. Der Flughafen an sich ist dem aber schon nahe. Wer also mal etwas Exotisches anfliegen will, der kann, für wenig Geld, beruhigt zugreifen.

Ich jedenfalls bin zufrieden, setze meine A320 in Bangkok weich auf und freue mich auf den bereits angekündigten Flughafen Ko Samui. Mal sehen, ob sie bei der Szenerie ihr volles Potenzial ausnutzen werden.

 Ein Review von Dominik Funk

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