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Hohe Felsen, steile Abgründe, kurze Pisten, ungerade Endanflüge. Flugreisende wissen über viele dieser von Natur aus gefährlichen Flughäfen rund um die Welt Bescheid – virtuelle Piloten wie wir können diese mit hundertprozentiger Sicherheit anfliegen.

 

Courchevel (LFLJ) ist ein 536 Meter langer Betonstreifen auf 1958 Metern Höhe in einem Skigebiet der französischen Alpen. Dieser einzigartige Flughafen hat lediglich eine Piste mit der Ausrichtung 05, die andere Seite ist unbenutzbar. Bei einer Steigungsrate von 18,5 Prozent wird bergaufwärts gelandet, um möglichst schnell zum Stillstand zu kommen, und bergabwärts gestartet, um genügend Geschwindigkeit zum Fliegen aufzubauen. Im Internet sind ebenso Fotos wie Videos vorhanden, Letztere beispielsweise von einer landenden Beechcraft Baron. Laut History Channel ist er als einer der riskantesten Flughäfen der Welt eingestuft, außerdem spielte er im James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ eine Rolle. Courchevel ist im Flugsimulator nicht sehr realitätsgetreu umgesetzt, jedoch bietet LLH ein entsprechendes Add-on an.

 

Gelegen auf 3050 Metern Höhe bietet Lukla (VNLK) im Himalaya-Gebirge Nepals eine ziemlich ähnliche Charakteristik. Auf der einen Seite der Piste erhebt sich ein 930 Meter hoher Berg, auf der anderen Seite fällt die Runway mit ca. 12 Prozent in die Tiefe. Auf einer solchen Höhe steht den Flugzeugen nicht die gesamte Leistung zur Verfügung, um sich auf der lediglich 493 Meter kurzen Piste in die Luft zu erheben. Seit 1991 wurden fünf Unglücke registriert, der letzte davon 2010 mit einer Dornier 228. Ein Add-on für Lukla gibt es beispielsweise von Aerosoft.

 

Ein 153 Meter hoher Hügel liegt in der Anflugebene der Piste 10 des Flughafens Saint Barthelemy (TFFJ) auf Guadeloupe in der Karibik. Die Flugzeuge fliegen hier im Steilanflug an, riskieren aber bei einer zu hohen Sinkrate ein Überrollen der 651 Meter langen Piste, die an einem Strand aufhört. Strandbesucher werden mittels Schildern vor dem Flugverkehr gewarnt, dennoch gibt es einige risikobereite Fanatiker, die jegliche Warnungen in den Wind schlagen und den Kick der sehr nahen Flugbewegungen suchen. Eine Erweiterung ist beispielsweise von Fly Tampa im Package mit St. Maarten und Saba erhältlich.

 

Die 2083 Meter lange Piste in Toncontin (MHTG), Honduras, weist einen steilen Hügel hinter dem Ende der Piste 01 auf. Fatale Unfälle passierten durch das Überschießen einiger Flugzeuge über die Landebahn, die unmittelbare Nähe zu den Vorstädten forderte hierbei auch Menschenleben am Boden. Auch hier sind Videos auf YouTube verfügbar, die zum Beispiel eine 757 bei einer Seitenwindlandung zeigen. In einem Ranking des History Channels landet Tegucigalpa auf Platz zwei der riskantesten Flughäfen weltweit, seit 1962 wurden insgesamt neun Unfälle gemeldet – der letzte davon 2008 mit einem Airbus A320.

Eine passende Szenerie ist bei LatinVFR verfügbar.

 

Aspen Pitkin Country Airport (KASE) bedient Skigebiete auf 2342 Metern Höhe in den Rocky Mountains von Colorado. Am einen Ende der 2135 Meter langen Piste befindet sich eine 122 Meter tiefe Schlucht, am anderen Ende ein 2745 Meter hoher Berg. Der Anflug auf die Piste 33 führt über ebenjenen Berg und macht ein steiles Anflugverfahren notwendig. Nicht nur der außergewöhnlich große Anflugwinkel, sondern auch Windverwirbelungen um den Berg machen den Anflug zu einer Herausforderung. In gleicher Ausrichtung wie die Landebahn 15 befindet sich eine Straße, die leicht mit dem Flughafen verwechselt werden kann. Seit 1970 passierten hier fünf Unfälle, darunter auch ein Unglück mit einer Gulfstream im Jahre 2001, das achtzehn Menschen das Leben kostete.

 

Hinter der Piste 20 des Flughafens von Tioman (WMBT) in Malaysia erhebt sich ein 732 Meter hoher Berg. Die Standardumsetzung des FSX ist jedoch wenig akkurat.

 

Trotz des sehr riskanten Anflug aufs den Juancho E. Yrausquin Airport (TNCS) auf der karibischen Insel Saba passierten hier noch nie Unfälle. Die nur 397 Meter lange Piste fällt zu beiden Seiten steil ins Wasser ab, in der näheren Umgebung befinden sich außerdem hohe Felsen. Saba wird oft als der Flughafen mit der kürzesten Piste der Welt bezeichnet, beide Pisten sind mit einer X-Markierung versehen, da Landungen nur mit einer Sondergenehmigung gestattet sind. Die größten Flugzeuge am Flughafen Saba sind Twin Otters und Britten Norman BN-2 Islanders von Winair, die die umliegenden Inseln mehrmals täglich bedienen.

Wie bereits erwähnt ist eine Szenerie von Saba bei Fly Tampa erhältlich.

 

Ronald Reagan Washington National Airport (KDCA) hat zwei knifflige Anflüge, Flugzeuge bis zu einer Größe der 757 fliegen die Piste 18 über den Potomac River an, um den Fluglärm in der Umgebung zu minimieren. Diese Prozedur beinhaltet einige Rechts- und Linkskurven während des Anflugs, darunter eine Rechtskurve unmittelbar vor dem kurzen Endanflug. Ebenso spannend ist der Anflug auf die Piste 33, auch wenn diese nicht so häufig wie der auf die 18 oder 36 benutzt wird. Die Flugzeuge fliegen hierbei den Potomac River in Richtung Norden und drehen dann links in den kurzen Endanflug.

Eine Szenerie ist von TropicalSim verfügbar.

 

London City findet sich zwar nicht auf jeder Liste mit gefährlichen Flughäfen, dennoch passierten hier seit 2001 bereits drei Unfälle. Kommerzielle Flugzeuge starten und landen auf der lediglich 1508 Meter langen Piste, in deren Nähe sich hohe Gebäude aus der Innenstadt Londons erheben. Den ohnehin schon wegen des steilen Anflugwinkels anspruchsvollen Anflug machen Seitenwinde zu einer Gratwanderung.

Szenerien sind von Aerosoft und UK2000 verfügbar.

 

Eine weitere einzigartige Landebahn findet man auf der portugiesischen Insel Madeira (LPMA). Zwei Unfälle im Jahr 1977 führten zu einer Verlängerung der ursprünglich 1601 Meter langen Piste auf ihre heutigen 2793 Meter in den Jahren 1982 bis 1985 und 2000, wobei für letztere Erweiterung eigens eine durch Stelzen getragene Terrasse gebaut wurde. Beide Pistenenden fallen steil ins Wasser ab, der Anflug auf die Piste 05 ist lediglich über eine scharfe Rechtskurve im Endanflug möglich. Für den laut History Channel neuntgefährlichsten Flughafen der Welt ist eine Szenerie von Aerosoft erhältlich.

 

Der Princess Juliana Airport (TNCM) auf der Karibikinsel St. Maarten dürfte vielen bekannt sein, auf der 2181 Meter langen Piste starten und landen Flugzeuge bis zur Größe einer 747. Das Besondere: Der Flughafenzaun grenzt nur knapp an der Startbahn 10 und liegt direkt an Maho Beach. Im Internet können viele Fotos von tieffliegenden Ankünften über dem Strand gefunden werden, ein 305 Meter hoher Berg am Ende der Piste sorgt ebenfalls für Spannung.

 

Die 1887 Meter lange Piste von Gibraltar (LXGB) wird an beiden Seiten von Wasser begrenzt und von einer vierspurigen Straße durchkreuzt, die die einzige Verbindung von Gibraltars Nord- zur Südseite darstellt. Für Flugbewegungen wird ebenjene Straße gesperrt, eine sehr anschauliche Szenerie gibt es aus dem Hause sim-wings, die diese Besonderheit simuliert.

 

Im Internet kursieren viele Listen von gefährlichen Flughäfen – einige davon sind sicherer, als sie aussehen, andere erschrecken ebenfalls mit ihrer Unfallstatistik. Weiterhin finden Sie im Netz viele Bilder und Videos zu den genannten Flughäfen, reinschauen lohnt sich.

Viel Spaß beim Nachfliegen!

 

Bill Stack und Florian Venus

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