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Der Originalautor dieses Artikels ist ein Luftfahrtanwalt aus Washington, DC. Früher war er Instrumenten- und Multi-Engine-Fluglehrer und Air Traffic Controller. Jon schreibt seit über 25 Jahren Artikel über die Flugsimulation.

Mein Freund David restauriert uralte Autos. Dadurch und durch seine Erfahrungen als Elektronikingenieur hat er in meinen Augen genau die Voraussetzungen, die es benötigt, um ein großartiges Homecockpit zu bauen. Ich selbst besitze diese Fähigkeiten nicht, aber nach vielen Jahren begeisterter Nutzung von Flugsimulatoren (seit den frühen subLOGIC-Tagen) habe ich mich entschieden, vom Desktop in ein Cockpit umzuziehen. 2003 vernetzte ich bereits vier Computer und bastelte mir ein Gehäuse, um ebenjene und die drei LCD-Bildschirme unterzubringen, kaufte professionelles Steuerequipment und fing an die Software Project Magenta Boeing zu benutzen. Schlussendlich mistete ich meinen Keller auf einer Größe aus, die fast exakt der Größe eines 737-Cockpits entsprach.

 

 

Die Project-Magenta-Software benutzt das Tool FSUIPC von Peter Dowson, bezieht seine Fluginformationen direkt aus dem Flugsimulator und gibt diese auf den Bildschirmen wieder. Project-Magenta-Komponenten enthalten ein Primary Flight Display (PFD), ein Navigation Display (ND), Engine-Indicating and Crew-Alerting System (EICAS), eine Control Display Unit (CDU) für den Flight Management Computer (FMC) und zu guter Letzt noch ein Mode- und EFIS Control Panel (MCP/ECP). Meine Ausstattung benutzt die Boeing 737NG Software, ich nenne es ein „3/5-Cockpit“, da ich mich lediglich für ein Yoke und drei anstatt fünf Displays entschieden habe. Von links nach rechts besteht die Ausstattung aus dem Chronometer und PFD des Kapitäns, dem ND mit Stand-by-Instrumenten und dem MCP/ECP sowie dem EICAS mit der CDU. Demnach fehlen lediglich das PFD und das ND des Ersten Offiziers.

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Mein Cockpit bescherte mir unzählige Stunden wunderbarer Fliegerei, zunächst im FS2002 und später im FS2004. Erst kürzlich stieg ich mit dem Ersetzen meines Hauptrechners auf den FSX um und schaffte mir zusätzlich das CPflight 737 Pro MCP und ECP an, um die es in diesem Artikel geht. Genau wie die Benutzung eines Joysticks anstatt der Tastatur bringt dies deutlich mehr Realismus in meine Umgebung.

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Mein 2003er-Cockpit war ein großer Schritt gegenüber den vorherigen Plastikpedalen und dem Tischyoke. Der Flugsimulator wurde nun über ein Jetliner Yoke, die Steuerpedale und eine Jetliner Konsole für Schubhebel, Störklappen, Klappen, Umkehrschub etc. gesteuert. Eingaben in die CDU und das MCP/ECP erfolgten weiterhin entweder per Mausklick oder – im Falle des MCP – über Knöpfe an der Jetliner Konsole. Die Project-Magenta-Software steuert also die Simulation, die Komponenten können allerdings über externe Hardware angesteuert werden.

 

Trotzdem war das Verstellen der Knöpfe am MCP/ECP über die Jetliner Konsole eher unbefriedigend, alles wirkte ziemlich rudimentär und unrealistisch. Trotzdem flog ich fast zehn Jahre ohne ein separates MCP.

 

Im letzten November kaufte ich mir schließlich das 737 Pro MCP und ECP. Wegen meiner bereits erwähnten 3/5-Lösung brauchte ich kein zweites ECP für die Kopilotenseite. CPflight wirbt mit einem Modell, das sich „full-scale replication“ nennt – also eine Replik in Originalgröße. Trotzdem berichteten einige User über ein leicht schmaleres Produkt, als dies bei der realen 737NG der Fall ist. Dies könnte unter Umständen zu Problemen führen, wenn die Ablage exakt nach realen Daten abgemessen wurde. Beide Komponenten werden einfach via USB-Kabel an den PC angeschlossen.

 

MCP Controls

 

Das MCP ist ein Teil des Autopilot-Flight-Director-Systems eines Flugzeugs. Es steuert den Autopiloten, Flugweganzeiger und den automatischen Schub. Das 737 Pro MCP hat fünf Knöpfe, welche die Höhe, Richtung, Geschwindigkeiten und den Kurs des Kapitäns und Ersten Offiziers steuern. Jeder hat eine entsprechende LED-Anzeige über den aktuell eingestellten Wert. Wie im realen Vorbild gibt es natürlich auch noch den Bank Angle Limiter und das Auswahlrädchen für die Steig- und Sinkrate, wobei Letzteres natürlich auch über eine entsprechende LED-Anzeige verfügt.

 

Weiterhin hat das MCP 14 beleuchtete Druckknöpfe, welche die Modi N1, SPEED, LVL CHG, VNAV, LNAV, VOR LOC, APP, HDG SEL, ALT HLD, V/S, A und B CMD sowie A und B CWS aktivieren. Außerdem gibt es noch drei Auswahlschalter, jeweils zwei für den Flight Director und einen für den automatischen Schub.

Die Flight-Director-Schalter aktivieren oder deaktivieren den entsprechenden Flugweganzeiger im PFD. Ein kleines, bernsteinfarbenes Licht über den Schaltern zeigt an, welcher der zwei Flugweganzeiger den Autopiloten steuert. Ebenso zeigt eine grüne LED über dem A/T-Knopf, ob der Autothrottle gearmt ist, und über die Disengange Bar lässt sich der Autopilot ausschalten. Drei kleine Knöpfe für SPD INTV, ALT INTV und den Wechsel zwischen Mach und Knoten komplettieren das Interface.

 

Allgemeine Impressionen

 

Das MCP und das ECP werden beim Laden der Project-Magenta-Software zum Leben erweckt. Sollte die Hintergrundbeleuchtungsfunktion aktiviert sein, leuchten die beiden Komponenten mit einem warmen, weißen Licht auf. Die Knöpfe und Schalter fühlen sich relativ solide an und besitzen eine gute Griffigkeit sowie ein passendes Ansprechverhalten. Sogar bei schnellerem Drehen eines Knopfes tut das MCP genau das, was es tun soll; dies ist nicht bei allen Produkten der Fall und endete schon mal in einer langsameren Veränderung, als dies bei normalem Drehen der Fall gewesen wäre.

 

ECP Controls

 

Im Gegensatz zum MCP kontrolliert das ECP (mit vier Ausnahmen) lediglich das ND und nicht direkt das Flugzeug. Die Ausnahmen sind das Minimum, das Barometer, der FPV-Anzeiger und der Knopf für das Anzeigen von metrischen oder imperialen Einheiten.

 

Das ECP besitzt zwei Rotationsknöpfe, eines für das Approach Minimum (DH oder MDA) und eines für das Barometer. Jeder besitzt außerdem noch einen Druckknopf und einen Zwei-Wege-Schalter für Reset und RADIO bzw. BARO sowie Standard und IN bzw. HPA.

Die verbleibenden Knöpfe steuern das Navigationsdisplay. Ein Vier-Wege-Schalter selektiert APP, VOR, MAP oder PLAN, ein Acht-Wege-Schalter verändert die Größe der Darstellung auf dem ND von 5 bis zu 640 Meilen. Die zwei dazugehörigen Druckknöpfe wechseln die Ansicht des NDs bzw. zeigen die Daten des TCAS an. Abschließend gibt es noch zwei Drei-Wege-Schalter für VOR1/2 und ADF1/2, die beide auch auf off gestellt werden können.

 

Testflug

 

Für einen Testflug starten wir vom Flughafen Dulles International in Washington von der Piste 19L über die STOIC2-Abflugroute. Entsprechend den Charts und unseren Berechnungen setzen wir

 

-  den Kurs des Kapitäns auf 010

-  die Geschwindigkeit auf 210 Knoten

-  das Heading auf 191

-  und die Höhe auf 3000 Fuß

 

Während der Before Takeoff Checklist armen wir den Autothrottle und stellen den Flight Director des Kapitäns auf On. Das NAV-Display setze ich auf Map Mode mit einer Fünf-Meilen-Skala. TCAS, WX, STA und ARPT habe ich ebenfalls angeschaltet

 

Beobachtet man reale Flugzeugbesatzungen, stellt man fest, dass diese viel Zeit mit Einstellungen am MCP, ECP und an der CDU verbringen. Die Benutzung des CPflight MCP und ECP bringt mir eine Menge Spaß und viel Realismus. Mein nächstes Upgrade wird möglicherweise eine CDU.

 

Jonathan M. Stern

Übersetzung: Florian Venus

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